Der Kampf für den Erhalt der Gisi geht weiter

Gastbeitrag der Häuservernetzung aus dem neuen AL-Info.

Am 11. August hat die Immobilienverwaltung der SKKG, die Terresta AG, Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gegen die Bewohner:innen der Gisi eingereicht. Dies obwohl die Bewohner:innen zusammen mit der Häuservernetzung jahrelang für eine langfristige Lösung gekämpft haben. Die Bewohner:innen geben sich nicht geschlagen und halten an ihrer Forderungen für den Erhalt der Gisi fest.

Älteste Besetzung der Schweiz

Das Haus an der General-Guisan-Strasse 31 wurde von 29 Jahren besetzt. Kurz nach der Besetzung wurde das Subcultura-Kollektiv gegründet und im Erdgeschoss eine Bar eröffnet. Seither finden in der Gisi regelmässig unkommerzielle Veranstaltungen statt. Die dafür nötigen Strukturen werden seit jeher von einer grossen Anzahl Menschen ohne Lohn und mit viel Engagement erarbeitet und gestaltet. Mittlerweile ist die Gisi das wohl älteste besetzte Haus der Schweiz. Aufgrund der Dauer ihres Bestehens und der langen kulturellen Aktivität hat die Gisi eine grosse nationale und internationale Ausstrahlung.

Brandschutz als Vorwand

Im Herbst 2025 hat die Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG mitgeteilt, sie werde die Gisi im Frühjahr 2026 totalsanieren. Um dieses Bauprojekt und damit die Räumung der Gisi voranzutreiben, versucht die SKKG seit Anfang dieses Jahres, die Brandkatastrophe von Crans-Montana für sich zu nutzen. Bei einer feuerpolizeilichen Kontrolle des Kulturraums im Februar wurden verschiedene Auflagen gemacht. Darunter die Auflage, dass sich nicht mehr als 20 Personen im Kulturraum aufhalten dürfen. Die Auflagen wurden erfüllt und im Kulturraum finden seither keine Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen statt. Dies wurde gegenüber der SKKG, bzw. ihrer Immobilienfirma Terresta AG mehrmals schriftlich bestätigt.

Trotzdem entschied die Terresta, dass Aufgrund der behaupteten Nichterfüllung der Auflagen die Besetzung nicht länger geduldet werden könne. Sie informierte die Bewohner:innen am 17. Juli brieflich, dass sie bis Ende Juli ausziehen müssen. Am 11. August hat die Terresta Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch eingereicht. Somit instrumentalisiert die Terresta feuerpolizeiliche Auflagen, welche sich ausdrücklich auf den Kulturraum im Erdgeschoss beziehen, um die Bewohner:innen zu kriminalisieren und auf die Strasse zu stellen. Doch diese lassen sich nicht einschüchtern und halten an der Forderung nach einem Baurechtsvertrag fest.

Wohnraum für Menschen statt für den Profit

Unsere Wohnungen sind Spekulationsobjekte. Die Bedürfnisse der Mieter:innen sind zweitrangig, was zählt ist die Rendite. Das Besetzen stellt diese Verhältnisse in Frage. In dem wir uns Raum aneignen, der andernfalls leersteht, durchbrechen wir die kapitalistische Logik, die das Grundbedürfnis nach Wohnraum profitorientiert verwertet. Damit wird ein Raum geöffnet, der nach eigenen Bedürfnissen gestaltet werden kann. Ein Raum, in dem wir uns ohne Konsumzwang treffen, vernetzen und organisieren können. In einer Stadt, die vor allem für Banken, Versicherungen und Pensionskassen gebaut wird, steht die Gisi für eine Stadt, die den Menschen gehört, nicht dem Profit.

Wir solidarisieren uns mit allen von der Wohnungsnot betroffenen Menschen.
Kämpfen wir gemeinsam für eine lebenswerte und vielfältige Stadt!
Gisi bleibt!

Bleibt auf dem Laufenden über den Telegramkanal: t.me/gisibleibt – der Kanal kann über jeden Browser aufgerufen werden.
@haeuservernetzung
www.wohnraumverteidigen.org