Für die SVP sind es 10 Millionen.
Aber damit, will uns die schweizerische Volkspartei einmal mehr spalten,
verunsichern und täuschen.
Ich sage euch heute hier, von was ich genug habe.
Ich habe genug von den Reichen und deren Lobbyist:innen, welche sich fortlaufend Strategien ausdenken, wie sie uns Arbeitnehmende noch weiter über den Tisch ziehen können.
Genug von dieser Lüge der Leistungsgesellschaft, die uns vermitteln will, dass der Wille zu leisten und ein freier Markt, notwendig für ein gutes Leben sind. Als hätten wir alle dieselben Startbedingungen.
Ich habe genug davon, wie meine Schwestern behandelt werden. Wie sie von Männern getötet, unterdrückt und davon abgehalten werden frei zu leben. Ich habe genug von diesem nach wie vor vorherrschendem Patriarchat.
Ich habe genug von dieser heuchlerischen Denkweise der SVP, die sich weltoffen und fortschrittlich gibt, aber auf Ausbeutung beruht. Sie sprechen von Freiheit und Nachhaltigkeit, während sie seltene Erden, Kaffee und Kakao aus dem globalen Süden verbrauchen, ohne hinzuschauen, wer dafür wirklich bezahlt. Und am Ende tupfen sie sich zufrieden die Mundwinkel ab, als hätte das alles nichts mit ihnen zu tun.
Sie nennen es Nachhaltigkeit, aber Sie wollen Abschottung. Sie wollen ein Dubai in den Schweizer Alpen, befreit von Steuern, wo sie allein entscheiden und uns Arbeitnehmende verwalten. Sie wollen über uns verfügen, bestimmen wieviel wir verdienen und wie wir zu leben haben.
Und dann wundern sie sich, warum die Geburtenrate zurück geht. Nennen die psychisch angeschlagenen und erkrankten schwach und zu wenig resilient. Während sie ihre Kinder in Privatschulen schicken, fortlaufend co2 ausstossen und Tempo 30 einschränken, während sie in ihren Anwesen hausen, fernab von den ÖV-Preisen, die sie regelmässig erhöhen und dabei immer weiter Kapital anhäufen.
Ich habe nicht nur genug. Ich bin oft auch überfordert, verunsichert, ambivalent in meinem Handeln und traurig.
Doch ich finde Halt in der Gemeinschaft. Ich finde Mut bei meinen Mitmenschen. Ich finde auch hier und heute Zuversicht und Hoffnung.
Deshalb mache ich weiter und fordere mit euch gemeinsam Solidarität, statt
Abschottung.
Denn ich wünsche mir ein lebenswertes Leben. Ein würdiges Leben. Ich wünsche mir ein genussvolles, erholsames und bewusstes Leben. Eines in dem ich mich für die Gemeinschaft anstrengen und etwas beitragen kann.
Ich fordere mehr. Mehr als eine Hotline und zu wenige Frauenhäuser im Kampf gegen Feminizide. Mehr als den heutigen Normkostensatz in Winterthur, wenn Kinderbetreuung bezahlbar und für alle zugänglich sein soll. Mehr gemeinnützige Landkäufe, um Konzernen im Kampf um bezahlbaren Wohnraum die Stirn zu bieten. Mehr Lebensqualität für ältere Menschen, die einen würdigen Lebensabend verdient haben. Mehr Inklusion statt Ignoranz gegenüber Minderheiten. Ich fordere eine neue ökonomische Orientierung. Wir brauchen neue Wege, bevor es keine Wege mehr gibt.
Ich kämpfe mit der AL dafür, dass wir mehr für die Gesellschaft tun. Ohne zu spalten, ohne zu lügen. Aber mit Mut für mehr radikal soziale Ansätze. Denn eine gerechte und soziale Gemeinschaft ist keine Utopie.
Wenn ich euch heute hier anschaue, dann sehe ich, dass auch ihr kämpft. Jeden Tag aufs Neue. Dafür bewundere ich euch. Dafür danke ich euch. Bitte macht weiter. Sei es morgen in Zürich an der Kundgebung zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, am feministischen Streik am 13. und 14. Juni und oder am 11. Juli am CSD.
Solidarität statt Abschottung!
Für ein Nein zur Chaos-Initiative am 14. Juni!